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Italienische oder türkische Pizza?

Arkadas Otel

Wir haben falsch gedacht, dass wir der WM entfliehen könnten, wenn wir uns in ein 22-Zimmer-Hotel in einem Ort der Türkei einbuchen, der in kaum einem Reiseprospekt zu finden ist und in dem kein Bettenbunker die Landschaft verschandelt. Schon am Morgen des Spiels Deutschland gegen Argentinien kamen uns zwei vierzehnjährige Mädels stilecht in Deutschlandflaggen gewandet entgegen. Eine trug sogar einen Deutschland-Bikini.

Aber was soll ich sagen… Trotz der Flaggen und des WM-Studios fern der Heimat waren wir nicht so ganz für das Ballhinterherschauen zu begeistern. Erst als es zum Elfmeterschießen kam, mussten auch wir hinter unserer Mannschaft stehen; manchmal siegt eben doch der Patriotismus… (oder war es doch Tahirs Hartnäckigkeit???)

Über das zweite Spiel in unserem Urlaub äußere ich mich nicht – mir wurde der Mund verboten. Auf der anderen Seite rede ich ja nicht; ich schreibe. Denn natürlich darf ich auf keinen Fall Hannas Geburtstag unterschlagen; das ist die jüngste Schwester einer der beiden fünfköpfigen Familien, die wir dort kennen gelernt haben.

Nach dem Abendessen machten wir es uns in einer der Polstersitzecken gemütlich. Das sind Mini-Wohnzimmer auf Stelzen. Oder sind es Chill-out-zones? Man weiß es nicht so genau, auf jeden Fall war es dort urgemütlich.
Die beinah 17- und 14-jährigen Töchter der zwei Familien weilten in der ortsansässigen Tauchbasis von Mediha und Holger, um dieses verhängnisvolle Spiel zu verfolgen und wir spielten mit Hanna „Eckolo“. Aus Eckolo wurde nach einigen Bierchen Rikola – fragt nicht, wieso; uns erschien es damals äußerst logisch.

Die Stimmung war hervorragend, wir rechneten fest mit einem Elfmeterschießen und mit einer weiteren Erfolgsserie unseres neuen Startorwarts. Doch das Schicksal legte den Schalter um und lenkte unseren Zug von der Siegerschiene zur… Nun… wir alle haben es erlebt. Gerade hatten wir Eckolo beendet und uns zu den Fußballbegeisterten gesellt, da fiel auch schon das erste Tor. Wir hatten kaum Zeit, uns davon zu erholen, da fiel das zweite.

Selbst unsere Gastgeber waren tief bestürzt über dieses Ergebnis. Bis die Mädels wutschnaubend, die Flaggen hinter sich herziehend, angestampft kamen. Denn plötzlich vertrat Tahir eine ganz logische Theorie, warum wir verloren hatten: „…weil Ihr nämlich das Spiel in der Tauchbasis und nicht hier gesehen habt!“ Wenn Blicke töten könnten, wäre Tahir an diesem Abend vier qualvolle Tode gestorben.

Nachdem wir am nächsten Morgen am Frühstückstisch das „Hätze Wenze Aber“ von allen Seiten beleuchtet hatten und mehrfach durchgegangen sind, mussten wir fast ganz fest versprechen, ab jetzt nur noch türkische Pizza zu bestellen. Gut, dass unser hiesiger Pizzabäcker ein Grieche ist.

Und manchmal, wenn es Nacht wird, denke ich, wir hätten lieber noch weiterspielen sollen bis aus Rikola wieder Eckolo geworden wäre.
Und je länger ich darüber grüble, meine ich sogar, dass einzig und allein das Spiel Schuld hatte. Denn… die Spielsteine haben drei Ecken. Böses Omen oder doch nur Hirngespinste?

Gut’s Nächtle

salzi
13.7.06 00:11


Wo ist der Reception Desk?

Arkadas Otel

Ganz die braven Pauschalurlauber auf ungewohntem Terrain, suchten wir als erstes die Rezeption. Wer kann in einem solchen Blütenmeer an so etwas Profanes wie eine Rezeption denken?

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Wir! Schließlich muss man sich erstmal ordentlich anmelden. Also erklommen wir eine steile Treppe und… fanden uns in einem Wohnzimmer wieder. Hups!

Fluchs machten wir kehrt; doch wir waren bereits entdeckt. Am Fuße der Treppe wartete ein fürsorglich dreinschauender junger Mann in G-Star-Shirt und Shorts auf uns und begrüßte uns mit breitem Grinsen. Peinlich berührt erklärte ich ihm, dass wir in der vergangenen Nacht angereist waren und uns nun am „Reception Desk“ melden müssten. Er zeigte amüsiert zu diesem niedlichen Häuschen (links daneben könnt Ihr die Treppe erahnen):

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„But you can also sit down here and I can bring you a coffee.“
Zwar waren wir nicht sicher, ob das alles so seine Richtigkeit hatte, schließlich mussten wir ja irgendwann mal einchecken, aber der runde Tisch unter dem schwer tragenden Weinrankendach zwischen all den bunten Blüten und die Aussicht auf eine Tasse Kaffee war einfach zu verlockend.

Daran haben wir sehr gut getan, denn kurz darauf erschien der Chef des Hauses persönlich, um uns zu begrüßen. Tahir setzte sich zu uns und erklärte uns in perfektem Deutsch, was es alles in seiner Heimat zu entdecken gab. Außerdem betonte er immer wieder, dass wir jederzeit zu ihm kommen könnten, wenn wir einen Wunsch hätten. Aber nicht zum Reception Desk – natürlich – nein, wir würden ihn in seinem Office finden (die Tür rechts neben der Theke).

Was soll ich sagen? In den vierzehn Tagen habe ich hinter dieser Theke niemals jemanden gesehen. Selbst als ich Tahir an unserem letzten Tag bat, doch bitte für ein einziges Foto hinter seinem Reception Desk zu posieren, weigerte er sich.

Mich lässt der Gedanke nicht los, dass das Häuschen einzig und allein zur Verwirrung von armen Pauschalurlaubern und als Fernsehtisch für die WM diente. Aber das ist eine andere Geschichte.

Gute Nacht
salzi
10.7.06 00:31


Ein Blütenmeer in schroffer Bergwelt

Arkadas Otel

Vogelgezwitscher weckt Dich, Du pellst Dich aus Deinem Bett, öffnest die Balkontür und erblickst...

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So erging es uns vor gut 14 Tagen, nachdem wir um drei Uhr morgens – es war stockduster – vom Flughafen Antalya, Türkei, nach Adrasan (Wo ist denn das?) in unser Hotel gebracht wurden und erst am nächsten Morgen unser Glück erblicken durften.

Salzige Luft umwehte meine Nase. Als ich nach links sah, konnte ich das Meer sehen und um mich herum erhoben sich majestätische, üppig bewachsene Berge. Schwierig, dieses Wunder der Natur in Worte zu fassen; noch schwieriger, ein solches Panorama mit der Kamera einzufangen. Hier dennoch der Versuch…

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Geht’s Euch allen gut? Wart Ihr schon im Urlaub?

Es ist schön, wieder zu Hause zu sein. Trotzdem… Ich sitze hier, nasche türkischen Honig und mich zwickt das Fernweh.

Klickt Euch nicht zu weit weg, denn in den nächsten Tagen gibt’s hier mal wieder nach langer Zeit Neues zu entdecken. Habt Ihr Lust auf ein bisschen „salzi in Gefahr“? Auch wenn mich unser guter Freund Tahir, der Hotelier des Arkadas Otel, für diese Worte köpfen wird: Wir waren dort tatsächlich „in äußerster Gefahr“

Bis bald und viele liebe Grüße

Eure salzi
9.7.06 01:18





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